<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?><rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Christen &#8211; Salam  Plan</title>
	<atom:link href="https://salamplan.com/de/tag/christen/feed" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>https://salamplan.com</link>
	<description>Journalismus gegen Hass</description>
	<lastBuildDate>Thu, 27 May 2021 10:17:56 +0000</lastBuildDate>
	<language>de</language>
	<sy:updatePeriod>
	hourly	</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>
	1	</sy:updateFrequency>
	<generator>https://wordpress.org/?v=5.5.23</generator>

<image>
	<url>https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/02/cropped-SalamPlan-logo400x400px-32x32.png</url>
	<title>Christen &#8211; Salam  Plan</title>
	<link>https://salamplan.com</link>
	<width>32</width>
	<height>32</height>
</image> 
	<item>
		<title>Ein Imam und eine jüdische Theologin vom Mehrreligionenhaus das Berlin revolutioniert: „Dem Anderen zuzuhören ist ein wesentlicher Bestandteil für ein friedliches Miteinander“</title>
		<link>https://salamplan.com/de/wie-du/ein-imam-und-eine-judische-theologin-vom-mehrreligionenhaus-das-berlin-revolutioniert-dem-anderen-zuzuhoren-ist-ein-wesentlicher-bestandteil-fur-ein-friedliches-miteinander/20210527</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 27 May 2021 07:31:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie Du]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[Islamfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Muslime]]></category>
		<category><![CDATA[Religion]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://salamplan.com/?p=6783</guid>

					<description><![CDATA[<p>Esther Hirsch strahlt über das ganze Gesicht. Osman Örs vemittelt eine friedliche Ruhe. Sie ist Jüdin, er ist Muslim. Sie sind seit Jahren Arbeitskollegen in einem aussergewöhnlichen Friedensprojekt in Berlin: dem Bau eines Mehrreligionenhaus für die Begegnung unddas Einanderkennenlernen zwischen Personen verschiedener Weltanschaungen, auch nicht Gläubige. Osman Örs ist Imam und theologischer Referent des House of One, das Haus des Einen. Esther Hirsch, ist die jüdische theologische Referentin des Projektes, der diesen Donnerstag die Grundsteinlegung erlebt. Es erfüllt sich endlich der Traum der vor mehr als zehn Jahren im Kopf eines evangelischen Priesters namens Gregor Hohberg begann. Bundespräsident Wolfgang Schäuble und Berlin Bürgermeister Michael Müller sind zur speziellen Angelegenheit auch mit dabei. Jahrelang arbeiten schon christliche, muslimische und jüdische Menschen...</p>
<p>La entrada <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de/wie-du/ein-imam-und-eine-judische-theologin-vom-mehrreligionenhaus-das-berlin-revolutioniert-dem-anderen-zuzuhoren-ist-ein-wesentlicher-bestandteil-fur-ein-friedliches-miteinander/20210527">Ein Imam und eine jüdische Theologin vom Mehrreligionenhaus das Berlin revolutioniert: „Dem Anderen zuzuhören ist ein wesentlicher Bestandteil für ein friedliches Miteinander“</a> se publicó primero en <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de">Salam  Plan</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Esther Hirsch strahlt über das ganze Gesicht. Osman Örs vemittelt eine friedliche Ruhe. Sie ist Jüdin, er ist Muslim. Sie sind seit Jahren Arbeitskollegen in einem aussergewöhnlichen Friedensprojekt in <strong>Berlin</strong>: dem Bau eines Mehrreligionenhaus für die Begegnung unddas Einanderkennenlernen zwischen Personen verschiedener Weltanschaungen, auch nicht Gläubige.</p>



<span id="more-6783"></span>



<p><strong>Osman Örs</strong> ist Imam und theologischer Referent des <a href="https://salamplan.com/de/wie-du/drei-religionen-eine-gemeinde-auch-offen-fuer-atheisten-das-ist-die-naechste-revolution-in-berlin-house-of-one/20190518" target="_blank" rel="noreferrer noopener">House of One</a>, das Haus des Einen. <strong>Esther Hirsch</strong>, ist die jüdische theologische Referentin des Projektes, der diesen Donnerstag die Grundsteinlegung erlebt. Es erfüllt sich endlich der Traum der vor mehr als zehn Jahren im Kopf eines evangelischen Priesters namens <strong>Gregor Hohberg</strong> begann. Bundespräsident Wolfgang Schäuble und Berlin Bürgermeister Michael Müller sind zur speziellen Angelegenheit auch mit dabei.</p>



<p>Jahrelang arbeiten schon christliche, muslimische und jüdische Menschen zusammen in einem Projekt, der der Begegnung unter Menschen verschiedener Glauben dienen soll. <strong>Zuhören und „dem Anderen Raum zu schenken“</strong> sind der Schlüssel zum echten Kennenlernen, meinen sowohl Örs als auch Hirsch. Es ist auch der nötige Schritt um ein „friedliches Miteinander“ aufzubauen, wie der Imam es formuliert.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>House of One wird ein Mehrreligionenhaus im Zentrum Berlins sein, mit einer Kirche, einer Synagoge und einer Moschee plus einen vierten Raum zur Begegnung, der grösste und im Mittelpunkt des Baus</p></blockquote>



<p>Man hört die Glocken der Kirche neben Esther Hirschs Wohnung, als sie Örs im Dialog per Videoanruf für dieses Interview mit <a href="http://salamplan.com/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Salam Plan</a> trifft. Sie erzählt wie bereichernd sie es findet, die Stimmung der Gebete und Räumlichkeiten von den anderen Religionen als Gast mitzuerleben.</p>



<p>Das <a href="https://house-of-one.org/de" target="_blank" rel="noreferrer noopener">House of One</a> wird auf dem Petriplatz <strong>in der Nähe vom Roten Rathaus</strong> in den nächsten 4 bis 6 Jahren erbaut werden. Ein Mehrreligionenhaus, mit einer Kirche, einer Synagoge und einer Moschee plus einen vierten Raum zur Begegnung, der grösste und im Mittelpunkt des Baus. Alle unter einem selben Dach, in dem sich <strong>Muslime, Christen und Juden</strong> treffen und zusammenfeiern können, aber auch Platz haben werden um ihre eigene Gebete und Rituale durchzuführen. Ein Haus, <strong>wo auch andere Besucher willkommen heissen werden</strong>, seien sie gläubig oder nicht. Es geht darum sich kennenzulernen und zu teilen, um dadurch einen „konstruktiven Dialog“ und Zusammenleben miteinander aufbauen zu können.</p>



<p>Osman Örs und Esther Hirsch sind glücklich und aufgeregt endlich, nach mehr als zehn Jahren seitdem Gregor Hohberg auf die Idee kam, etwas „greifbares“ zu haben. <strong>„Zusammen, nebeneinander beten, in einem Haus füreinander da sein, und doch jeder in seiner eigenen Traditionen“</strong>, so beschreibt Hirsch den Traum dieses Projektes. </p>



<figure class="wp-block-gallery columns-1 is-cropped"><ul class="blocks-gallery-grid"><li class="blocks-gallery-item"><figure><img loading="lazy" width="1024" height="683" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-1024x683.jpg" alt="" data-id="6787" data-full-url="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-scaled.jpg" data-link="https://salamplan.com/?attachment_id=6787" class="wp-image-6787" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-1024x683.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-768x512.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-1536x1024.jpg 1536w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2021/05/House-of-One-Kuehn-Malvezzi-House-of-One-Modellfoto-©-Michel-Koczy-Stiftung-House-of-One-2048x1365.jpg 2048w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="blocks-gallery-item__caption"> House of OneHouse of One Projekt © Michel Koczy/ House of One</figcaption></figure></li></ul></figure>



<p><strong>Nach mehr als zehn Jahren beginnt der Bau des House of One endlich an. Was gefällt ihnen am Besten von diesem Friedensprojekt?</strong></p>



<p><strong>EH</strong>: Es ist ein Platz für Juden, Christen und Muslime, in dem jeder ein Raum haben wird. Aber wir haben ja vier Räume, das ist auch was uns so besonders macht und was unserem Gedanken und spirituellen Raum so erweitert. (So dass,) der vierte Raum nicht nur der Begegnung dient, sondern auch der Raum für die Gesellschaft, für andere Religionen, für -ganz wichtig- nicht religiöse Menschen ist, also dieser mittlerer Raum, der auch der grösste sein wird. Dass das unser Zentrum ist, dass das wirklich wie die Welt, wie die Gesellschaft ist. Da können wir uns Treffen und sind auf Augenhöhe, niemand steht über dem Anderen. Wir sind wirklich dort zu gleichen Teilen. In der Gesellschaft sind wir doch nicht zu gleichen Teilen vorhanden, prozentual, aber das ist ein Raum in dem jeder gleich viel zählt.</p>



<p>Es ist wirklich dieses Kennenlernen. Ich kann sehr viel lesen, ich kann auch an Meetings teilnehmen und es wird nie das Gleiche sein. Da kommen wir zurück auf das wirkliche Haus, warum ist es wichtig ein Haus zu haben: weil wir uns in der Realität kennenlernen müssen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Ein Begegnusraum für alle Religionen und nicht religiöse Menschen ist unser Zentrum. Da können wir uns Treffen und sind auf Augenhöhe, niemand steht über dem Anderen“</p><cite>Esther Hirsch, jüdische theologische Referentin des House of One</cite></blockquote>



<p><strong>OÖ:</strong> Mir gefällt es am Besten, dass ich im selben Haus tatsächlich Menschen jüdischen Glaubens, als auch christlichen Glaubens habe, und auch Menschen anderer Weltanschaungen haben werde. Dass wir tatsächlich so nah beieinander sein können, und gleichzeitig aber auch unseren eigenen Faden treu sein können und voneinander lernen können, in unmittelbarer Nachbarschaft.</p>



<p>Ich freue mich insbesondere auf die Erfahrungen die uns dann erwarten wenn das Haus steht. Wenn dann die religiöse Feiern und Gebete und Gottesdienste in seiner eigenen Tradition in den Räumen stattfinden und sich Menschen in dem ein-aus treffen werden und was uns da erwartet, das finde ich ganz spannend.</p>



<p><strong>EH</strong>: Ja, dann lade ich dich da zum Kaffeetrinken ein [sie lacht].</p>



<p><strong>OÖ</strong>: Ja, eben. Gern [er lächelt zurück].</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Als Muslim, weiss man, dass Judentum und Christentum als Buchreligionen auch im Islam erwähnt werden. Aber es ist ein sehr oberflächliches Wissen. Dass man sich ein tiefgründiges Wissen aneignen kann, das ist sehr, sehr bereichernd“.</p><cite>Osman Örs, Imam und theologischer Referent des House of One</cite></blockquote>



<p><strong>Was hat ihnen in all diesen Jahren Zusammenarbeit von den anderen Religionen überrascht? Und was haben sie gelernt?</strong></p>



<p><strong>OÖ:</strong> Überrascht bin ich eigentlich immer wieder wenn ich etwas näher im Detail erfahre, über die jüdische Glaubenswelt, und auch über die christliche Glaubenswelt. Denn, man weiss natürlich als Muslim, dass Judentum und Christentum als Buchreligionen auch im Islam erwähnt werden und auch diese Traditionen für uns auch an <a href="https://salamplan.com/en/islam-qa/jesus-in-the-quran-muslims-also-believe-he-was-sent-by-god-and-celebrate-he-was-born/20181224" target="_blank" rel="noreferrer noopener">besonderen Stellen</a> Wert haben, die wir schätzen. Aber gleichzeitig wissen wir, oder ich weiss relativ wenig darüber, es ist ein sehr oberflächliches Wissen. Dass man sich ein tiefgründiges Wissen aneignen kann, das ist sehr, sehr bereichernd.</p>



<p><strong>Können sie sich an eine Situation in diesen Jahren Zusammenarbeit erinnern wo sie dachten: ‚Oh, das wusste ich nicht‘ oder ‚Das mag ich besonders‘?</strong></p>



<p><strong>EH</strong>: Ich habe davon unglaublich viele Erlebnisse gehabt. Zum Beispiel, als wir uns sowohl mit Hinduisten als auch mit Buddisten unterhalten haben. Natürlich glaubt man diese Religionen zu kennen, man liest es in Zeitungen, ich habe buddistische Freunde&#8230; In dem Augenblick wo wir uns auseinandergesetzt haben, wir haben sie zu einem Gesprächsabend eingeladen, wir haben uns ganz viel angehört und ich habe gemerkt, dass ich gar keine Ahnung von ihrer Religion hatte. Was sie bewegt dort zu sein, wie sie denken, die Geschichte ihrer Religion&#8230; von Allem, nichts. Das ist so, wie Osman eben gesagt hat, so oberflächlich&#8230; Und das ist noch so nachvollziehbar, weil das sind ja Religionen noch weniger gibt hier in unserer Geselllschaft als Juden, aber das sind auch die die man glaubt so gut zu kennen.</p>



<p>Ich überrasche mich da immer selber, dass ich Dinge höre, aus dem Islam oder Christentum, von denen ich nicht die geringste Ahnung hatte. Ich war [letzten Sonntag als Gast] im Pfingstgottesdienst und Imam Kadir Sanci [einer der Initiatoren des House of One] hat aus dem Koran gelesen, und ich dachte: „Das ist meine Geschichte“. Er hat vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten aus dem Koran erzählt, und das war so geschrieben, dass das hätte bei uns sein können. Dass der Koran von so vielen Völkern Geschichten wiedergibt, die mir völlig vertraut sind, das gibt einen völlig anderen Zugang zu einer anderen Religion. Da weiss ich: „Die kennen mich ja“ (sie lächelt). Das ist doch unglaublich. Das habe ich nicht gewusst, dass es wirklich so genau geschrieben steht wie ich es auch kenne.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Ich überrasche mich da immer selber, dass ich Dinge höre, aus dem Islam oder Christentum, von denen ich nicht die geringste Ahnung hatte. Ich war im Gottesdienst zu Gast und es wurde aus dem Koran gelesen, vom Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Das war so geschrieben, dass das hätte bei uns sein können“</p><cite>Esther Hirsch</cite></blockquote>



<p><strong>OÖ</strong>: Was mich immer besonders überrascht, ist wenn ich einen jüdischen Gottesdienst mal horche, dabei bin als Gast, und dann über die jeweilige Texte schaue und dann erkennt man tatsächlich wie sehr eben die Gottesvorstellung, die Gotteswahrnehmung als auch der Lobpreis Gottes&#8230; wie sehr sich da Dinge tatsächlich überschneiden, es Parallelen gibt, Gemeinsamkeiten. Auch wenn Gott jetzt als Name, zum Beispiel, anders ausgesprochen wird, in der jüdischen Tradition, bei uns in der islamischen Tradition. Aber der Lobpreis gilt dem Einen, und die Ehre gilt dem Einen. Ich finde es ganz bereichernd wirklich zu sehen wie das auch ausgedrückt wird in der jüdischen Tradition. Dieser Ausdruck könnte genauso gut aus der islamischen Tradition kommen, könnte auch in meinem Gottesdienst quasi stattfinden und er würde seine Berechtigung haben.</p>



<p><strong>Sie weisen beiden auf das Zuhören hin. Fehlt das vielleicht normalerweise in unserer Gesellschaft?</strong></p>



<p><strong>EH:</strong> Absolut. Und ich muss sagen, ich muss mich gleich miteingemeinden. Ich bin in vielen Teilen meines Lebens völlig ignorant durch die Welt gelaufen. Das Tolle ist wenn man irgendwann die Erkenntnis hat und merkt, dass man viele Dinge verpasst hat. Dass man immer wieder an sich arbeitet und merkt wie schnell man ein Vorurteil gefasst hat. Das muss gar nicht so negativ sein, sondern ein Vorurteil, dass ich glaube den Anderen zu kennen, sein Gebet zu kennen, seine Welt zu kennen, obwohl ich mich gar nicht intensiv damit beschäftigt habe. Dass man immer wieder bereit ist diesen Schritt zu tun, die Welt des Anderen sich zuzuhören. Ob man es gut findet oder nicht, das bleibt einem immernoch überlassen. Aber das auf einfach schon mal auf sich wirken zu lassen, und das so neben sich zu stellen. Ich muss es nicht annehmen, aber akzeptieren dass es da ist.</p>



<p><strong>OÖ:</strong> Ich glaube auch, das Zuhören ist ein wesentlicher Bestandteil für ein friedliches Miteinander. Das gehört zu einem konstruktivem Dialog, das man einander zuhört, einander sieht und sich begegnet, und sich unser Wissen darauf gründet. Und nicht einfach leere Informationen oder Informationsschnipsel sind mit denen sich unsere Bilder dann in den Köpfen festigen.</p>



<p>Man kann nicht das eigene Bild über dem Anderen einfach dadurch bilden in dem man ganz oberflächlich sich Informationen aneignet. Da ruhen auch normalerweise gewisse Vorurteile oder verzerrte Bilder in unseren Köpfen, und ich glaube die kann man nur tatsächlich zerbrechen in dem man dem Anderen zuhört, das man in Gespräch kommt und man auch der Stimme des Anderen Raum gibt. Das ist entscheidend. Die Architektur des House of One spiegelt das auch wieder. Letztenendes, gilt es da den Raum dem Anderen zu geben. Und zu diesem Raumgeben gehört aber auch Gehör schenken, aneinander sehen, nicht <em>übersehen</em>. Nicht von oben oder auch nicht herabblickend, sondern auf Augenhöhe begegnen.</p>



<blockquote class="wp-block-quote is-style-large"><p>„Wir sollten nicht einen blinden Hass folgen, oder aus Hass quasi blind werden vor dem Menschen der uns gegenüber steht“</p><cite>Osman Örs</cite></blockquote>



<p><strong>Die Grundsteinlegung vom House of One kommt gerade nachdem der Nahost Konflikt erneut aufflammte, was in Europa gleichzeitig zu <a href="https://salamplan.com/en/like-u/john-bell-former-mediator-in-the-israeli-palestinian-conflict-there-is-a-kind-of-hijack-of-religion/20210523" target="_blank" rel="noreferrer noopener">steigende antisemitische und antimuslimische Konfrontation</a> führte. Welche Botschaft würden sie gerne für ein friedliches Zusammenleben verschiedener Religionen vermitteln?</strong></p>



<p><strong>EH</strong>: Das ist schwierig das von da auf hier zu vermitteln, denn was mir ja auch so leidtut -abgesehn davon, dass ich keine Lösung des Nahostkonflikts parat habe-, wie sehr sich das hier auf unser Zusammenleben auswirkt. Es ist schön wenn die Menschen dazu eine Meinung haben und bereit sind ihre Meinung immer wieder zu ändern, wenn man neue Erkenntnisse hat, auch zu politischen Themen. Aber wenn wir das nicht unmittelbar hier auf uns übertragen würden&#8230;</p>



<p>Denn, wenn wir hier zusammen leben, als Juden, Muslime, Christen, und die vielen anderen Religionen und Sekularen, haben wir nicht die Probleme die sich im Nahostkonflikt abspielen. Wir sollten zuerst mal auf uns zukommen, und dann können wir uns gerne über die Probleme im nahen Osten unterhalten. Und da werden wir wahrscheinlich auch ganz verschiedene Meinungen haben, nicht nur Juden und Muslime, sondern innerhalb der Juden auch und innerhalb der Muslime auch. Aber dann kann man sich ein Problem nähern. Aber nicht das als unser Problem antizipieren, wir haben genug eigene. Nicht blind sein für die Anderen, aber trotzdem es nicht als unseres annehmen.</p>



<p><strong>OÖ</strong>: Wir sollten nicht einen blinden Hass folgen, oder aus Hass quasi blind werden vor dem Menschen der uns gegenüber steht. Wir alle tragen, egal wo wir leben, die Verantwortung für ein friedliches Miteinander. Und in erster Linie, wir Menschen die hier miteinander leben. Konflikte die ganz weit weg sind, hier herein zu tragen ist auch nicht wirklich ratsam. Erst Recht darf, meines Erachtens, nicht Hass daraus entstehen und Antisemitismus entstehen. Wenn wir ein Vorbild sein können hier vor Ort, dann kann dieses Vorbild des friedlichen Miteinanders auch woanders hinstrahlen, auch in den nahen Osten und überall hin.</p>



<p><em>Das Crowdfunding des House of One steht weiterhin <a href="https://house-of-one.org/de/spenden" target="_blank" rel="noreferrer noopener">offen</a>. Es werden noch 8 Millionen Euro benötigt um den Bau vervollständigen zu können.</em></p>



<h4 class="has-text-align-center has-light-green-cyan-background-color has-background"><em>&gt;&gt;&gt;Folgen Sie SALAM PLAN- Journalismus gegen Hass auf <a href="https://twitter.com/SalamPlan" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Twitter</a> und <a href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Facebook</a> . Noch mehr Inhalte auf Englisch und Spanisch auf der Webseite&lt;&lt;&lt;</em></h4>



<h5 class="has-text-color" style="color:#018b23"><strong>Es könnte ihnen auch interessieren:</strong></h5>



<ul><li><a href="https://salamplan.com/de/islamfeindlichkeit/47-der-muslime-in-deutschland-sind-deutsche/20210429" target="_blank" rel="noreferrer noopener">47% der Muslime in Deutschland sind Deutsche</a></li><li><a href="https://salamplan.com/de/wie-du/valentinstag-alicia-und-aladdin-die-ehrliche-liebesgeschichte-einer-katholikin-und-einem-muslimen/20190214" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Alicia und Aladdin, die ehrliche Liebesgeschichte einer Katholikin und einem Muslimen</a></li><li><a href="https://salamplan.com/de/wie-du/drei-religionen-eine-gemeinde-auch-offen-fuer-atheisten-das-ist-die-naechste-revolution-in-berlin-house-of-one/20190518" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Drei Religionen, eine Gemeinde (auch offen für Atheisten): das ist die nächste Revolution in Berlin</a></li><li><a href="https://salamplan.com/de/islamfeindlichkeit/die-imamin-die-eine-moschee-in-berlin-gruendete-und-unter-morddrohungen-lebt-seyran-ates-ibn-rushd-goethe/20190527" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Seyran Ates, die Imamin die eine Moschee in Berlin gründete und unter Morddrohungen lebt</a></li></ul>
<p>La entrada <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de/wie-du/ein-imam-und-eine-judische-theologin-vom-mehrreligionenhaus-das-berlin-revolutioniert-dem-anderen-zuzuhoren-ist-ein-wesentlicher-bestandteil-fur-ein-friedliches-miteinander/20210527">Ein Imam und eine jüdische Theologin vom Mehrreligionenhaus das Berlin revolutioniert: „Dem Anderen zuzuhören ist ein wesentlicher Bestandteil für ein friedliches Miteinander“</a> se publicó primero en <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de">Salam  Plan</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Drei Religionen, eine Gemeinde (auch offen für Atheisten): das ist die nächste Revolution in Berlin</title>
		<link>https://salamplan.com/de/wie-du/drei-religionen-eine-gemeinde-auch-offen-fuer-atheisten-das-ist-die-naechste-revolution-in-berlin-house-of-one/20190518</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Maria Torrens]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 18 May 2019 07:57:06 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Wie Du]]></category>
		<category><![CDATA[Antisemitismus]]></category>
		<category><![CDATA[Berlín]]></category>
		<category><![CDATA[Cagatay Caliskan]]></category>
		<category><![CDATA[Christen]]></category>
		<category><![CDATA[Christentum]]></category>
		<category><![CDATA[Esther Hirsch]]></category>
		<category><![CDATA[Fetthullah Gülen]]></category>
		<category><![CDATA[Hasskriminalität]]></category>
		<category><![CDATA[Hizmet]]></category>
		<category><![CDATA[House of One]]></category>
		<category><![CDATA[Islamfeindlichkeit]]></category>
		<category><![CDATA[Juden]]></category>
		<category><![CDATA[Judentum]]></category>
		<category><![CDATA[Kristin Bohner]]></category>
		<category><![CDATA[Muslime]]></category>
		<category><![CDATA[Petriplatz]]></category>
		<category><![CDATA[Recep Tayyip Erdogan]]></category>
		<category><![CDATA[Türkei]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://salamplan.com/?p=4045</guid>

					<description><![CDATA[<p>Kristin Bohner ist eine christliche Person und gibt zu etwas neidisch darauf zu sein, wenn sie sieht, dass Muslime auf einem Teppich beten, ohne eine Bank zu brauchen. Cagatay Caliskan ist Muslim und bewundert den Reichtum an Traditionen, die Juden haben. Esther Hirsch ist Jüdin und erkennt an, dass sie nicht alles wusste, was Juden und Muslime gemeinsam hatten. Auch Christen kannte sie nicht so gut wie sie dachte. Alle drei leben in Berlin. Sie sind Teil des Teams, das an der Errichtung eines einmaligen interreligiösen Tempel arbeitet. Dort werden die drei Religionen und alle anderen, die daran teilnehmen möchten, Platz haben. Atheisten oder Agnostiker wird man auch willkommen heißen. Die Türen von „House of One“ stehen jedem offen. &#62;&#62;&#62;...</p>
<p>La entrada <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de/wie-du/drei-religionen-eine-gemeinde-auch-offen-fuer-atheisten-das-ist-die-naechste-revolution-in-berlin-house-of-one/20190518">Drei Religionen, eine Gemeinde (auch offen für Atheisten): das ist die nächste Revolution in Berlin</a> se publicó primero en <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de">Salam  Plan</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Kristin Bohner</strong> ist eine christliche Person und gibt zu etwas neidisch darauf zu sein, wenn sie sieht, dass Muslime auf einem Teppich beten, ohne eine Bank zu brauchen. <strong>Cagatay Caliskan</strong> ist Muslim und bewundert den Reichtum an Traditionen, die Juden haben. <strong>Esther Hirsch</strong> ist Jüdin und erkennt an, dass sie nicht alles wusste, was Juden und Muslime gemeinsam hatten. Auch Christen kannte sie nicht so gut wie sie dachte.</p>
<p>Alle drei leben in Berlin. Sie sind Teil des Teams, das an der Errichtung eines einmaligen interreligiösen <em>Tempel</em> arbeitet. Dort werden die drei Religionen und alle anderen, die daran teilnehmen möchten, Platz haben. Atheisten oder Agnostiker wird man auch willkommen heißen. Die Türen von „<strong>House of One</strong>“ stehen jedem offen.<span id="more-4045"></span></p>
<h4 style="text-align: center;"><em><span style="color: #008000;">&gt;&gt;&gt; Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a> </span>und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a> </span>&lt;&lt;&lt;</span></em></h4>
<p>„Jedes Mal, wenn ich in der Kirche bin, denke ich: ‚Ich möcht‘ wieder in die Moschee‘, weil ich Kirchenbänke gar nicht mag. Ich finde es einfach total schön, auf einem Teppich zu sitzen oder auch zu liegen. Ich bin auch schon in Moscheen gegangen und hab‘ mich einfach ausgeruht, und in der Kirche finde ich, dass ist oft kalt“, erklärt Bohner, aus dem Team <strong>Pädagogik und Bildung</strong> der House of One Foundation.</p>
<p>Ihr Teamkollege Caliskan erzählt: „Ich beschäftige mich jetzt ein bisschen als Laie mit dem Unterschied zwischen jüdischen Strömungen und Traditionen, und je mehr man da gräbt, desto mehr kommt da raus. Ich werde für mich eine Skizze herstellen lassen, damit ich da ein Überblick gewinne, aber dieser Reichtum an Traditionen, der überwältigt mich einfach“.</p>
<blockquote>
<h4><span style="color: #008000;"><em>&#8222;Natürlich ist es eine andere Religion und eine andere Tradition, aber ich verstehe es sehr gut und fühle mich sehr nah&#8220;</em> </span></h4>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #008000;">&#8212; Esther Hirsch</span></p>
</blockquote>
<p>Hirsch, eine der <strong>Theologen</strong> verantwortlich für das Projekt, gibt zu: „Ich finde sehr, sehr viel vom Judentum im Islam wieder, von den Gedanken, von der Art der Gebete… Natürlich ist es eine andere Religion und eine andere Tradition, aber ich kann es sehr gut nachvollziehen und es ist mir sehr nahe“. Sie fügt hinzu: „Und über bei den Christen war ich überrascht, weil ich dachte, ich kenne sie sehr gut, weil ich hier in Deutschland lebe und es gibt mehr Christen als alle anderen. Aber auch sie habe ich erst durch das Gespräch mit anderen erst richtig kennengelernt (&#8230;). Und ich finde es sehr schön, die Art wie eine Gemeinschaft gestaltet wird (&#8230;), dass es sehr viel darum geht so viel zusammen zu unternehmen; (&#8230;) gar nicht so sehr um das Theologische&#8220;.</p>
<p><div id="attachment_4047" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4047" loading="lazy" class="wp-image-4047 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2-768x511.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-Baustelle-Plakat-0-2.jpg 1733w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4047" class="wp-caption-text">Der Grundstein für House of One wird im April 2020 auf dem Petriplatz in Berlin gelegt. © Salam Plan</p></div></p>
<h2><span style="color: #008000;">Eine Synagoge, eine Moschee und eine Kirche unter einem Dach</span></h2>
<p>Im House of One wird es eine Synagoge, eine Moschee und eine Kirche unter einem Dach geben, allerdings in verschiedenen Räumen. Sie werden durch einen zentralen Saal verbunden sein, für gemeinsame Feiern, Gebete, Ausstellungen, Konzerte und -vor allem- um <strong>Ideen auszutauschen und sich besser kennenzulernen</strong>. Es wird auch Platz für ein Café, eine Bibliothek, Konferenzräume &#8230; geben.</p>
<p>Ein <strong>42 Meter hoher Turm</strong> wird den Besuchern -trotz seiner diskreten Höhe- ermöglichen einen Panoramablick auf die Berliner Innenstadt zu haben. Und wenn sich die Pläne nicht ändern, werden sie sogar jeden Tempel von oben aus betrachten können, da die Decken so verglast werden, dass das natürliche Licht die Räume von dort aus vollständig ausleuchten wird.</p>
<p>„<strong>Das Licht</strong> ist etwas was alle drei Religionen verbindet, aber die Sammlung auch, ein Sammlungsraum. Das sich die einzelnen Gemeinden treffen können, aber dass man auch in der Mitte einen Raum der Versammlung hat“, erklärt Bohner. „Wichtig ist, dass von aussen nicht erkennbar ist ‚ ‚ist das eine Moschee? , eine Kirche? oder eine Synagoge?‘, und man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: dem Anderen Wege zu öffnen“, fügt Caliskan hinzu. Ein weiterer wichtiger Teil des Architekturaspekts ist, dass jeder sakrale Raum für Besucher anderer Glauben oder auch jene ohne Glaube offen steht, sagt Hirsch.</p>
<blockquote>
<h4 style="text-align: left;"><span style="color: #008000;"><em>„Wichtig ist, dass von aussen nicht erkennbar ist ‚ ‚ist das eine Moschee? , eine Kirche? oder eine Synagoge?‘, und man sich auf das Wesentliche konzentrieren kann: dem Anderen Wege zu öffnen“</em></span></h4>
<p style="text-align: right;"><span style="color: #008000;">&#8212; Cagatay Caliskan</span></p>
</blockquote>
<p>Das Projekt wird <strong>bis ins kleinste Detail</strong> des Gebäudes geplant. Innerhalb jeder der erwähnten Religionen gibt es unterschiedliche Strömungen oder Denkrichtungen, und es darf nichts ungelöst bleiben, damit sich jeder im House of One wie zu Hause fühlen kann.</p>
<p>So muss beispielsweise der <em>Mizbeaj</em> (Altar) der Synagoge beweglich sein, da er für Juden in dem einen oder einen anderen Ort des Raumes sein soll, je nach dem zu welchen Zweig des Judentums sie gehören. In einigen Fällen feiern sie das Gebet mit dem Altar in der Mitte; bei anderen brauchen sie weiter vorne, in der Nähe von der Wand&#8230; Ein anderes Beispiel findet man auch bei Juden und Muslimen: in beiden Fällen bevorzugen manche das Gebet ohne Trennung zwischen den Geschlechtern und andere brauchen getrennte Stockwerke. Bei den Christen, meiden die Protestanten religiöse Bilder und Dekoration in den Kirchen, während Katholiken es bevorzugen, ihren Glauben davon begleitet zu feiern.</p>
<p>Es gibt so viele Details zu bedenken, dass <strong>immer wieder neue Ideen oder Verbesserungen auftauchen</strong>. Tatsächlich wurde erst kürzlich entschieden, dass das Gebäude keine Seitenfenster haben würde, wie man am Plakat der Baustelle noch erkennen kann, sondern dass das gesamte natürliche Licht von oben einfallen würde. Die letzte architektonische Änderung war ein unabhängiger Zugang für das Frauengebet in die Moschee, da es Menschen innerhalb der muslimischen Gemeinschaft, gibt denen es so lieber ist, erklärt Caliskan.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><div id="attachment_4048" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4048" loading="lazy" class="wp-image-4048 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2-1024x512.jpg" alt="" width="1024" height="512" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2-1024x512.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2-300x150.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2-768x384.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-collage-2.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4048" class="wp-caption-text">So wird House of One von innen aussehen. © KuehnMalvezzi</p></div></p>
<h2><span style="color: #008000;">Jeder soll sich wohl fühlen, jede Option wird respektiert</span></h2>
<p>Jede Option wird respektiert. Und es ist nicht leicht, das in einem Gebäude zu reflektieren. Das <strong>KuehnMalvezzi Studio</strong>, das die Ausschreibung für den Bau gewonnen hat, arbeitet Hand in Hand mit Vertretern der <strong>interreligiösen Stiftung</strong>, damit ihnen nichts entgeht. Und sie haben keine andere Wahl, als das Gebäude häufig neu zu planen oder Aspekte hinzuzufügen, die zuvor nicht berücksichtigt wurden.</p>
<p><strong>Der Grundstein wird erst im April 2020</strong> gelegt, aber das Baugrundstück wurde bereits vor mehr als zehn Jahren vom Land Berlin zur Verfügung gestellt. Es ist nicht nur einer der vielen Grundstücke, die im Herzen der Stadt frei bleiben, die sich architektonisch immer noch von der Nachkriegszeit und dem Mauerfall erholt.</p>
<p>Jetzt können Sie auf dem <strong>Petriplatz, ganz in der Nähe des Fernsehturms</strong> der Stadt, die Fundamente einer von der <strong>DDR</strong> zerstörten Kirche sehen, auf denen das kommunistische Regime einen Parkplatz errichtete. Die kleine Ruine, die unter der Erde versteckt war, gehört zum x-ten Wiederaufbau der ersten Kirche, die <strong>in den historischen Dokumenten Berlins</strong> zum Zeitpunkt der Geburt der Stadt im Mittelalter auftauchte. Als die Landverwaltung diese Fundamente fand, fragte sie die nahe liegende Sankt Marin-Sankt Petri Gemeinde, was sie mit diesem Ort anfangen wolle, da er in der Vergangenheit doch der Kirche gehört hatte.</p>
<blockquote>
<h4><em><span style="color: #008000;">„Eigentlich haben wir genug Kirchen. Wir wollen etwas Neues machen. Die soziale Struktur Berlins hat sich stark verändert: Wir müssen andere Religionen einbeziehen“</span></em></h4>
</blockquote>
<p>„Wir haben eigentlich genug Kirchen. Wir wollen etwas neues machen. Wir haben inzwischen ein ganz anderes Bild in Berlin, eine ganz andere Bevölkerungsstruktur: wir müssen die anderen Religionen miteinbeziehen“, antworteten sie. Und sie suchten nach Partnern, ohne genau zu wissen, was sie überhaupt mit diesem Stück Land anfangen sollten. <strong>Es waren nicht die großen Institutionen, sondern kleine Pfarreien oder Bewegungen</strong>, die zusammenkamen und ein Projekt des friedlichen Zusammenlebens entwickelten, das nun im Gange ist. Die Ruinen der letzten Kirche die hier erbaut wurde, werden auch für alle im House of One sichtbar bleiben.</p>
<p><div id="attachment_4049" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4049" loading="lazy" class="wp-image-4049 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2-768x511.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-ruina-Fernsehturm-2.jpg 1733w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4049" class="wp-caption-text">Reste der letzten Kirche die auf dem Petriplatz erbaut wurde, mit dem Fernsehturm im Hintergrund. © Salam Plan</p></div></p>
<h2><span style="color: #008000;">Antisemitismus ist um 20% gestiegen</span></h2>
<p>Das Bundesministerium des Innern hat in dieser Woche die <a href="https://www.bmi.bund.de/SharedDocs/pressemitteilungen/DE/2019/05/pmk-2018.html"><span style="color: #0000ff;">Zahlen der politisch motivierten Kriminalität</span></a> veröffentlicht. Sie umfassen Hassstraftaten, unter denen <strong>antisemitische Fälle </strong>um fast 20% gestiegen sind: 1.800 in 2018. <strong>Islamfeindlichkeit</strong> ging leicht zurück, von 1.075 Straftaten im Jahr 2017 auf 910 im vergangennen Jahr. Auch <strong>Christen</strong> in Deutschland wurden wegen ihres Glaubens angegriffen, wenn auch zu einem viel geringeren Anteil: 121 Straftaten wurden 2018 und 129 im Vorjahr registriert. Diese beiden letzten Arten von Hasskriminalität werden erst seit 2017 gemessen.</p>
<p>Wurde das Team des House of One für ihr Projekt bedroht? Sie haben keine außergewöhnliche Drohungen erfahren, hauptsächlich einige Kommentare auf ihrer Facebookseite, sagt Caliskan. Seine Kollegin Esther Hirsch erklärt, dass die meisten Hassbotschaften dadurch motiviert sind, weil der muslimische Partner des Projektes das Forum Dialog ist, welches zur <strong>Hizmet-Bewegung</strong> gehört, die besser unter dem Namen ihres Leiters, <strong>Fetthullah Gülen</strong>, bekannt ist.</p>
<p>Seit dem Putschversuch gegen <strong>Erdogan</strong> in der Türkei im Jahr 2016 hat seine Regierung eine alle türkischen Bürger verfolgt, die der Bewegung angehören oder Sympathisanten von Gülen sind, da er sie für den Versuch verantwortlich hält und sie für Terroristen hält. Diese Anschuldigungen, die nur in wenigen Fällen vor Gericht gebracht wurden, bedeuteten in Wirklichkeit die Entlassung von Tausenden von Richtern, Anwälten, Professoren und anderen Fachleuten von ihren öffentlichen Ämtern. Die <strong>Türkei</strong> gibt zu, 15.000 Menschen gekündigt zu haben, während <strong>Amnesty International</strong> 130.000 Menschen gezählt hat, aufgrund ihrer Aufforderung zur Rückkehr an ihren Arbeitsplatz, so die Nachrichtenagentur Europa Press.</p>
<p>House of One hält sich von dem fern, was es als <strong>„politisches Problem“</strong> definiert. Andererseits begann das Projekt lange vor dem gescheiterten Putsch. Derzeit ist es die einzige größere Kontroverse, die sie begleitet, und sie glauben nicht, dass ihre interreligiöse Gemeinde in der Mehrheit der Bevölkerung Ablehnung hervorruft. Ihrer Ansicht nach, je offener sie über das Projekt sind, desto besser wird es aufgenommen werden.</p>
<p><div id="attachment_4050" style="width: 1034px" class="wp-caption aligncenter"><img aria-describedby="caption-attachment-4050" loading="lazy" class="wp-image-4050 size-large" src="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2-1024x681.jpg" alt="" width="1024" height="681" srcset="https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2-1024x681.jpg 1024w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2-300x200.jpg 300w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2-768x511.jpg 768w, https://salamplan.com/wp-content/uploads/2019/05/House-of-One-3-Baustelle-2.jpg 1733w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><p id="caption-attachment-4050" class="wp-caption-text">Die drei Sprecher der drei Religionen vor dem Baugrundstück des House of One. © Salam Plan</p></div></p>
<h2><span style="color: #008000;">Finanziert durch Crowdfunding und Subventionen</span></h2>
<p>Derzeit haben sie fast <strong>10 Millionen Euro nur durch private Spender</strong> aus der ganzen Welt gesammelt &#8211; „wirklich“, unterstreicht Hirsch, ohne große Spenden von Institutionen oder Organisationen entgegenzunehmen. Diese wurden abgelehnt, um die Neutralität des Projektes zu bewahren.</p>
<p>Weitere 10 Millionen wurden vom <strong>Land Berlin</strong> bereitgestellt und andere 10 vom <strong>Staat</strong>. Noch 10 Millionen mehr brauchen sie, um den Bau vervollständigen zu können und sie erwarten dieses Geld von weiteren kleinen Spenden zu erhalten.</p>
<p>Während sie sich auf die Grundsteinlegung mit einem Countdown auf ihrer <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://house-of-one.org/de">Website</a> </span>freuen, fördern sie ihre Arbeit für ein friedliches Zusammenleben bereits von einem nahe gelegenen Hauptsitz und einem zusätzlichen Büro aus. Unter anderem, bekommen sie Schülerbesuche oder organisieren gemeinsame Feiern; das nächstgeplante offene Treffen ist eine Friedensandacht für die <strong>„Freiheit des Glaubens“, so wie es im Artikel 4 des deutschen Grundgesetzes lautet</strong>, das jetzt 70 Jahre alt ist. Es wird nächsten Dienstag, den 21. Mai, um 17 Uhr stattfinden (für weitere Informationen klicken Sie <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://house-of-one.org/de/veranstaltung/freiheit-des-glaubens">hier</a></span>). Dieses Mal wird es in einer Kirche sein, aber die Veranstaltungen variieren ihren Ort im Moment, so dass sie manchmal in einer Bibliothek, in einer Moschee oder an einem anderen Platz stattfinden, den sie zur Verfügung finden können.</p>
<p>House of One ist kein Projekt für Berlin, auch nicht für die Deutschen. <strong>Es ist ein Projekt für Menschen aus der ganzen Welt.</strong> Und sicher werden nicht nur die Berliner neugierig darauf sein, sondern auch die wachsende Zahl der Touristen, die die deutsche Hauptstadt jedes Jahr besuchen. 2018 brachen sie mit <strong>13,5 Millionen Besuchern</strong> ihren Rekord.</p>
<p>Wer sich schon den Petriplatz ansehen möchte, kann vorerst die Fundamente der zerstörten Kirche beobachten. Aber in ein paar Jahren &#8211; sie wagen es nicht, eine bestimmte Zahl festzulegen &#8211; wird eine anspruchsvolle interreligiöse Gemeinde die <em>Skyline</em> von Berlins Stadtzentrum verändern.</p>
<h4 style="text-align: center;"><span style="color: #008000;"><em>&gt;&gt;&gt; Verpassen Sie nicht ein anderes Projekt, das Berlin revolutioniert: eine Moschee, die von einer Imamin geführt wird, die unter Morddrohungen lebt. Folgen Sie Salam Plan &#8211; &#8222;Journalismus gegen Hass&#8220; auf <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://twitter.com/SalamPlan">Twitter</a> </span>und <span style="color: #0000ff;"><a style="color: #0000ff;" href="https://www.facebook.com/SalamPlanCommunity">Facebook</a></span>, um auf dem Laufenden zu bleiben &lt;&lt;&lt;</em></span></h4>
<p>La entrada <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de/wie-du/drei-religionen-eine-gemeinde-auch-offen-fuer-atheisten-das-ist-die-naechste-revolution-in-berlin-house-of-one/20190518">Drei Religionen, eine Gemeinde (auch offen für Atheisten): das ist die nächste Revolution in Berlin</a> se publicó primero en <a rel="nofollow" href="https://salamplan.com/de">Salam  Plan</a>.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
	</channel>
</rss>
